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Tragischer Unfall – emotionale Begegnung

Atacama-Wüste I Chile

Endlich haben wir die Atacama-Wüste in Chile erreicht. Der Besuch der trockensten Wüste der Welt stand schon seit vielen Jahren auf unserer Bucket-List. Und jetzt sind wir da! Die Landschaft ist atemberaubend. Überall Sand, soweit das Auge reicht. Aber Achtung: Der Sand ist tückisch, vor allem der feine Sand, der sich optisch nicht wirklich von einem festen Untergrund unterscheiden lässt. Unsere erste und auch einzige Eingrabungs- und die daraus resultierende Schaufelaktion dauerte über zwei Stunden. :) Aber glücklicherweise ist uns und unserem Jumper nichts Schlimmes passiert und wir konnten nach einigen Schrecksekunden, einigen blank liegenden Nerven und einem Kraftakt des Ausbuddelns wieder unversehrt weiterfahren.

 
Es war ein gemeinsames Projekt! Aber einer musste ja das Foto machen. :)
Das Ausbuddeln war ein gemeinsames Projekt! Aber einer musste ja das Foto machen. :)
Sternenhimmel und Teleskope

Die Atacama-Wüste im Norden von Chile ist etwas ganz Besonderes. Die trockene Luft macht den Sternenhimmel so deutlich sichtbar, wie es dies an keinem anderen Ort auf der Welt zu sehen gibt. Zudem ist der Sternenhimmel an über 320 Tagen im Jahr wolkenlos. Entsprechend verbrachten wir viel Zeit damit, einfach in den sternenübersähten Nachthimmel zu schauen und zu staunen! Staunen über die Vielfalt der Himmelskörper, die wir sehen konnten. Ebenfalls ein Highlight war für uns die Besichtigung des Teleskops auf dem Cerro Paranal, das sogenannte ESO-Teleskop (European Southern Observatory). Die gigantischen Teleskope, die dort stehen haben uns einfach beeindruckt!


Was wir in der Atacama-Wüste sonst noch alles erlebt und gesehen haben, siehst du auf unserem Instagram-Kanal: @pacittos.travel Selbstverständlich freuen wir uns, wenn du uns auch dort mitverfolgt. :)

Denn in diesem Blog-Beitrag geht es von dieser Zeile an nicht mehr um uns. Vielmehr wollen wir von dem Besuch einer Touristenattraktion in der Atacama-Wüste berichten, der uns emotional sehr berührt hat.


«Grosses Unglück in der Mina San Jose in Copiapó – 33 Männer sind nach einem Zusammenbrechen der Mine in einer Tiefe von 700 Meter eingesperrt. Jegliche Zu- oder Ausgänge sind blockiert.»


Ungefähr so könnte die Medienmitteilung am 5.8.2010 gelautet haben. Einige von euch können sich sicherlich erinnern, denn es war ein Medienspektakel, das seinesgleichen sucht. Der Anlass dieses Medienrummels ist auf den ersten Blick traurig, auf den zweiten jedoch, ist es eine Geschichte von Zusammenhalt und Freude.

Im Jahre 2010 werden 33 Bergarbeiter in einer Untertagmine nahe der Stadt Copiapó in Chile in einer Tiefe von über 700m eingesperrt. Grund dafür war ein Bergschlag, durch das ein Teil der Mine komplett zugeschüttet wurden. Erst 18 Tage nach dem Unglück erreichte die erste Sonde das Refugio, wo sich die Arbeiter aufgehalten haben. Dadurch kam folgende Nachricht aus der Tiefe ans Tageslicht, mit roter Schrift auf einen Notizzettel geschrieben: «Estamos bien en el refugio, los 33.» (Deutsch: Alle 33 sind wohlauf im Refugio, der Ansammlungsplatz in der Mine) Von diesem Tag an wurde die spektakuläre Rettungsaktion geplant. Jedoch konnten die 33 Männer erst nach 70 Tagen geborgen werden. Alle waren unversehrt, wohlauf und dankbar, endlich wieder am Tageslicht zu sein.

Wer gerne die ganze Geschichte nochmals nachlesen will, kann den zugehörigen Wikipedia-Eintrag oder auch folgenden Bericht der Luzerner Zeitung, wo rückblickend erzählt wird, lesen: Zehn Jahre nach dem Grubenunglück von Chile.

Auch wir haben damals die Geschichte in den Medien mitverfolgt. Aber es liegen doch einige Kilometer zwischen Herzogenbuchsee und Copiapó. Um genau zu sein, sind es 11369km Luftlinie, die diese beiden Orte voneinander trennen.


Die Mina San Jose, der Unglücksort, kann heute als Touristenattraktion besichtigt werden. Man kann natürlich nicht in die Mine rein, kann aber von aussen alle Punkte des Ereignisses sehen. (Eingang, Punkt, wo die Sonde die Arbeiter fand, Rettungsstation usw.) Es war ein Gänsehautmoment, als wir auf das Gelände der Mina gefahren sind.

Neben der Mina hat es ein kleines Besucherzentrum und ein älterer Mann erklärte uns, was damals geschehen ist. An der Wand im Besucherzentrum hängen Bilder von allen 33 geretteten Bergleuten. Der Mann auf dem Foto Nr. 12, also der zwölfte Arbeiter, der gerettet wurde, sah unserem «Guide» sehr ähnlich. Und tatsächlich: Wir fragten ihn, ob er auch einer dieser 33 war. Und er antworte mit leicht gebrochener Stimme: «Ja!»

Der nächste Gänsehautmoment. Wir sprachen also mit einem Mann, der vor 13 Jahren mehr als zwei Monate in 700m Tiefe unter der Erde eingesperrt war.


Selbstverständlich konnten wir es uns nicht entgehen lassen, Jorge, so heisst der ehemalige Minenarbeiter, einige Fragen zu stellen. Es war sehr emotional, diesem Mann die Fragen direkt zu stellen, denn man erhielt immer eine persönliche Antwort. Er erzählte uns, dass es in der Mine durchgängig 40 Grad heiss war und sie während den ersten Tagen das Kühlwasser der Maschinen getrunken haben, um nicht zu verdursten. Auf die Frage, was sie nach dem Unglück den ganzen Tag gemacht haben, antwortete er: «Beten, Glauben, «Spazieren» und auf Rettung hoffen». Ebenfalls haben wir erfahren, dass die 33 Männer nach dem Auffinden bis zu ihrer Rettung, dies waren 52 Tage, eine Diät machen mussten. Denn die Rettungskapsel, welche von der NASA mitentwickelt wurde, hatte einen Durchmesser von gerade mal 53 cm.


All diese persönlichen Erlebnisberichte machten diesen «Ausflug» so anders und so emotional. Es ist ein spezielles Gefühl, genau das Gerät gesehen zu haben, mit dem Jorge und seine Kollegen damals gerettet wurden und genau dort gestanden zu haben, wo ihre Familien wochenlang gewartet und wahrscheinlich wochenlang gebetet haben.


Und genau das macht unsere Reise eben aus; das Besuchen von Orten, an denen spezielle Ereignisse stattgefunden haben und natürlich die persönlichen Begegnungen. Zudem haben wir einmal mehr festgestellt, dass wenn Menschen in Not sind, Kulturen, Landesgrenzen und unterschiedliche Interessen plötzlich keine Rolle mehr spielen. – und darauf kommt es doch an!


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