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  • AutorenbildLea

Zu Fuss unterwegs in Patagonien

Torres del Paine I Perito Moreno I Fitz Roy I Cerro Torre


Seit unserer Fahrt von Montevideo nach Ushuaia mitten durch La Pampa und andere eher nicht-abwechslungsreiche Gegenden, wissen wir die Abwechslung hier in Patagonien neben und auf der Strasse sehr zu schätzen: Kurven, Flussläufe entlang der Strassen und Berge am Horizont. Diese Kulisse mit Gipfeln, Seen, Flüssen und Gletscher ist seit dem Ende der Welt unser stetiger Begleiter.

Und so viel gewandert wie in den vergangen drei Wochen sind wir lange nicht mehr – oder wohl noch gar nie. :)

 

Torres del Paine, Perito Moreno, Cerro Torre und Fitz Roy: Weltbekannte Nationalparks, Orte, Berge, Gletscher und DIE Must Sees von Patagonien. Man fühlt sich klein, wenn man vor der 70 Meter hohen Eiswand des Perito Moreno Gletscher steht und ist sprachlos über die Höhe und Form des Cerro Torres. Wir geniessen es, diese Wunder der Natur mit unseren eigenen Augen zu sehen und mit unseren eigenen Füssen zu erkunden.



ABER VON VORNE:

Pünktlich zum Monatswechsel von Februar auf März haben wir Ushuaia und mit der darauffolgenden Fährfahrt über die Megallanstrasse auch Feuerland verlassen. Und damit begann unsere Reise von Nationalpark zu Nationalpark und von Wanderung zu Wanderung. Patagonien ist Heimat von zwei riesigen Gletscherfeldern; Campo de Hielo Nord und Campo de Hielo Sur. Dabei bildet das südliche Eisfeld (Campo de Hielo Sur) nach der Antarktis und Grönland das drittgrösste Eisfeld der Welt. Aber nicht nur die Gletscherlandschaften machen diesen Teil von Südamerika so besonders, auch alles andere ist beeindruckend: Verschiedenste Tiere (darüber haben wir im letzten Blog berichtet), klare Seen und Flüsse, türkisfarbene Gletscherseen und das alles umgeben von einer imposanten Bergwelt. Da wir die Nationalpark-Tour von Süden her begonnen haben, fuhren wir als erstes den Torres del Paine Nationalpark in Chile an. Dieser 2420 km² grosse Park ist gleichzeitig einer der bekanntesten Nationalparks weltweit. Besonders markant sind die Spitzen des Torres del Paine Massivs. Dieses Bergmassiv besteht aus drei Grantibergen die zwischen 2600 und 2850 Meter hoch sind. Vor allem aber sind sie in ihrer Form einzigartig. Auf unseren Wanderungen im Park und beim Erkunden der kleinen Seen mit unserem Camperbus sind die Gipfel von überall her immer zu sehen. Wahnsinn! Für uns hat dieser Nationalpark seinen Ruf als einer der schönsten der Welt sehr verdient!


Nach diesem Highlight folgte sogleich das nächste: 200 Autokilometer und eine Landesgrenze später befinden wir uns in El Calafate. Die Ortschaft in Argentinien ist vor allem für eines bekannt: Der Perito Moreno Gletscher. Der Besuch dieses Naturwunders war bereits lange auf unserer Bucket List. Um genau zu sein, stand die Besichtigung dieses Gletschers seit Tag eins unserer Reiseplanung zu Oberst auf der Liste. Wir freuten uns also schon eine halbe Ewigkeit auf diesen Moment, die Eismassen mit eigenen Augen zu sehen! Und tatsächlich kamen wir beim Anblick dieses Gletschers aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir verbrachten insgesamt über vier Stunden damit, den Gletscher zu begut- und zu beobachten.


Der gigantische Gletscher, mit seiner bis zu 70 Meter hohen Eiswand, ist einer der wenigen auf der Welt der noch am Wachsen ist; und das mit zwei Metern pro Tag nicht gerade wenig. Dieses Wachstum führt zu zwei Phänomenen: Einerseits fallen dadurch immer wieder häusergrosse Eisbrocken herunter. Man braucht nur etwas Geduld und Zeit beim Besichtigen und schon kann man dieses Phänomen selbst beobachten. (Auch wir haben das gesehen, eindrücklich!)

Und andererseits bildet sich durch das ständige Wachstum eine Art Verbindung zwischen Gletscher und Landufer. Diese «Wand» aus Eis teilt den Gletschersee, Lago Argentino, in zwei Teile und sperrt den südlichen Arm des Sees komplett ab. Dort staut sich das Wasser an und der Wasserpegel steigt ständig. Der Wasserduck ist irgendwann so hoch, dass das Wasser den Eisdamm durchbrechen kann. Dieser Durchbruch ist zuletzt im März 2018 passiert. Zurzeit befindet sich der Perito Moreno also wieder in der Wachstumsphase, bis er wieder einen Stausee baut und sich das Wasser anschliessend wieder seinen Weg durch die Eismassen bahnen muss. Wir sind gespannt, wann dieses Naturspektakel das nächste Mal beobachtet werden kann.



Der Nationalpark «Los Glaciares» startet auf der Höhe des Perito Moreno Gletschers und erstreckt sich über 4459 km² gegen Norden. Er beheimatet unzählige Gletscher, Seen, Berge und unter anderem die Ortschaft El Chaltén. Übrigens sind die Ortschaften in und um die Nationalparks hier oft ultratouristisch. Sie bestehen im Wesentlichen aus Restaurants, Bars, Tourenanbieter und Souvenierläden. Nichts desto trotz, die Landschaften sind unbeschreiblich schön!

El Chaltén ist DER Ausgangspunkt für Wanderer und Bergsteiger. Es gibt diverse Wanderrouten zu den bekanntesten aller Berge in Patagonien «Fitz Roy» und «Cerro Torre». Auch wenn wir uns jetzt nicht zu den Hardcore-Wanderer oder Bergsteiger zählen, wollten wir die Routen selbstverständlich auch auskundschaften. Wir wollten unbedingt einer der beiden Bergspitzen in der Morgensonne sehen. Dazu packten wir unser kleines Zelt, Schlafsäcke, Gaskocher und etwas zu Essen ein und starteten unsere zweitätige Wanderung zur «Laguna de los Tres» am Fusse des Fitz Roy. Nach einer Nacht, in der wir aufgrund der Kälte die Stunden gezählt, gefroren und oben drauf auch noch eine Maus in unserem Zelt entdeckt haben, ging es um 5.20 los. Wir waren froh, endlich aufstehen zu können. Es war noch dunkel und der Aufstieg zur Lagune war steil. Aber das alles hat sich mehr als gelohnt! Seht selbst… (Bildslider)



Nach dem Abstieg zurück ins Tal konnten wir es uns nicht nehmen, auch noch zum Aussichtspunkt des Cerro Torre zu wandern. Der Berg ragt hoch wie ein Zahnstocher. Nicht einmal Schnee kann sich vernünftig daran anhaften, so glatt und steil sind die Felswände. Übrigens: Als die ersten Bergsteiger den Fitz Roy bestiegen haben, sollen sie behauptet haben, der Cerro Torre sei unbezwingbar. Dies endete natürlich in einem wilden Wettrennen um die Erstbesteigung des Cerro Torre. Leider verloren einige der Bergsteiger ihr Leben an dem tödlichen Felsen. 1974 gelang es dann dem ersten Bergsteiger den Gipfel des Cerro Torre zu erreichen. Uns hat der Anblick der Bergspitze vollkommen ausgereicht; der Aufstieg überlassen wir gerne denen, die das können.


Wir sind wirklich überwältigt von der Schönheit der Natur hier in Patagonien! Und auch wenn das fürs Wandergepäck etwas viel zusätzliches Gewicht bedeutet, unsere Kamera und ein oder zwei Objektive sind immer mit dabei!



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3 Comments


Guest
Apr 07, 2023

Phantastische Welt & Aufnahmen, die wir aus der gemütlichen Stube mit-bewundern dürfen. Heits wyterhin guet!

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Guest
Apr 03, 2023

Einfach wunderschön diese Natur. Danke für eure Bilder🙂

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Guest
Apr 02, 2023

Wow! 🤩

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